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Süchtig nach Muskeln

Er trainiert jeden Tag. Geräte, Hanteln, Freigewichte. Das gesparte Geld reicht für ein paar Ampullen Glück. Die Muskeln wachsen. Es ist fantastisch. Ein Traum wird wahr…

Bild: 'hantel.jpg'

Diäten halten & Kalorien zählen – typisch Mädchen?! Von wegen! Sich in Form bringen zu wollen, ist schon lange keine reine Mädchensache mehr. Einziger Unterschied: Für Mädchen zählt meist nur die absolute Zahl auf der Waage, für Jungen dagegen mehr die der Muskeln am Körper. Das Gefährliche an diesem Körperkult: Drehen sich die Gedanken ständig um die eigene Figur und das Körpergewicht, werden die Mahlzeiten immer kleiner, der Drang, Gewichte zu stemmen dagegen täglich größer, ist es oft nur noch ein kleiner Schritt in eine ernsthafte Essstörung.

Essstörungen – (k)ein Thema für Jungen? Obwohl tatsächlich hauptsächlich Mädchen und jungen Frauen von Essstörungen betroffen sind, ist zu beobachten, dass Magersucht, Bulimie & Co. auch bei Jungen und Männern immer stärker auf dem Vormarsch sind. So zeigt z. B. fast jeder sechste Junge im Alter von 11 bis 17 Jahren Anzeichen einer Essstörung; das ist das Ergebnis einer großen, bundesweiten Studie.

Doch ganz egal ob Mädchen oder Jungen an dieser Krankheit leiden, alle haben das gleiche Problem: Sie machen sich extreme bzw. krankhafte Sorgen um das eigene Aussehen und die Figur und versuchen ihr Gewicht mit z. B. zwanghaften Hungern, strengen Diäten oder exzessivem Sport unter Kontrolle zu halten. Ihre Sorgen und Probleme halten die meisten von ihnen dabei streng geheim.

Muskelsucht Neben den Gemeinsamkeiten gibt es aber auch einige Unterschiede. Einer der auffälligsten ist dabei eng mit der Bedeutung des Gewichts verknüpft. So ist für Mädchen oftmals nur die Zahl auf der Waage entscheidend. Ziel ist es, möglichst wenig zu wiegen, um schlank und zart zu wirken. Männliche Betroffene wollen dagegen eher alles andere als mager aussehen. Ihnen geht es vielmehr um die perfekte Körperform, die sich durch breite Schultern, Sixpack und schmale Hüften auszeichnet. Genau daraus ergibt sich eine spezielle männliche Form der Essstörung, die sich Adonis-Komplex nennt.

Typisch für diese Krankheit ist, dass die Betroffenen ihren Körper bis zur Perfektion formen und möglichst viele Muskeln aufbauen wollen – mit der Folge, dass sich die Gedanken und der Alltag nur noch ums Trainingsprogramm und die richtige Ernährung drehen. Zufrieden mit ihrem Body sind sie jedoch so gut wie nie. Denn der Blick in den Spiegel zeigt ihnen stets einen unansehnlichen und schmächtigen Körper – und das, obwohl sie eigentlich schon durchtrainiert und muskulös sind. Die Konsequenz für die Betroffenen ist, immer weiter und mehr trainieren zu müssen – nicht selten sogar mit Hilfe von gefährlichen Anabolika. Und die sind wirklich schädlich. Die folgenschweren Nebenwirkungen sind Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems, Beeinflussung des Wachstums, Leberschäden, Akne, Haarausfall… – um nur einige zu nennen.

Gut zu wissen!

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Diese ganzen size-zero-Models gehen mir auf die Nerven!

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